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Kolumne Nr. 2 - Wo siehst du deine Chance?

Dies ist zwar erst meine zweite Kolumne und doch erlaube ich mir in dieser, dich zu duzen. Denn gerade in dieser speziellen Zeit, ist mir Vertrautheit sehr wichtig geworden.


Noch nicht lange ist es her, dass wir unseren Alltag in der sogenannten «Normalität» gelebt haben. Wir sind unseren Tätigkeiten gewohnt nachgegangen, haben uns mit anderen Menschen getroffen und unsere Gedanken haben sich um unser Frühstück, was wir anziehen sollen oder das Wetter gedreht. Wir haben uns geärgert, wenn die Kinder nicht pünktlich zum Essen nach Hause gekommen sind, der Partner schon wieder den Hochzeitstag vergessen oder unsere Chefin unsere Arbeit nicht wertgeschätzt hat. Wir haben den Frühlingsputz hinausgeschoben, den Keller fleissig bis oben hin gefüllt und die Krümel im Auto haben uns schon lange nicht mehr gestört. Wir haben uns die Welt und unsere persönliche Idee vom Leben schön bunt gemalt. Die Beziehung ist zwar schon lange nicht mehr prickelnd, doch das wäre ja bei einem neuen Partner auch rasch wieder so. Der Job ist eine alltägliche Qual, doch zum Wechseln fehlt uns dann doch der Mut. Der Körper verlangt nach Sport und frischer Luft, doch das Sofa ist halt doch bequemer. Über Finanzen reden wir lieber gar nicht, denn Wegschauen geht einfacher. Wir rennen und hetzen, denn das gehört zum guten Ton und nennen brav unseren Lieblingssatz «Da fehlt mir halt einfach die Zeit dafür».


Wie hast du den vergangenen Monat erlebt? Sicher war dieser ganz anders als gewohnt, oder? Doch was bedeutet denn das für wirklich für uns? Sind die oben aufgezählten Dinge tatsächlich normal oder gar natürlich für uns oder haben wir diese einfach zu unserer Realität werden lassen?


Ich möchte dir Mut machen, sobald wir wieder zum gewohnten Alltag zurückkehren, gewisse Dinge beizubehalten. Vielleicht ist es die grosse Dankbarkeit für dein Zuhause, deine Gesundheit oder deine Familie. Das spannende Gespräch mit der Freundin am Telefon. Bei deinem Lieblingsladen an der Ecke gleich mit für den Nachbarn einzukaufen. Das Loslassen von alten Dingen oder Gewohnheiten, die dir nicht mehr dienlich sind. Angst zu spüren und sich doch nicht davon beherrschen zu lassen. Vertrauen und Ruhe erleben, auch wenn die Zukunft gerade mehr als ungewiss ist.


Vielleicht hast du Chancen ergriffen, wo du vorher noch gar nicht hinzuschauen wagtest. Vielleicht hast du dir Zeit für dich genommen und dich mit deinen persönlichen Themen auseinandergesetzt. Vielleicht warst du im Dauereinsatz und fragst dich, wie die Zeit nur so schnell verfliegen konnte.

Wie auch immer du die letzten Wochen verbracht hast, ich wünsche dir, dass du diese Zeit als deine persönliche Chance nutzen konntest. Dass du gestärkt daraus hervor gehst und die Freude in deinem Herzen bewahrt hast. Denn so kann jeder von uns einzeln, etwas Positives zu dieser Herausforderung beitragen.


Deine Christine

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