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Kolumne Nr. 19 - Es war einmal...

Wenn wir unseren Kindern ein Märchenbuch vorlesen, dann begleiten wir oft eine Heldin*in, welche*r vor der Aufgabe steht, Ängste zu überwinden und dabei die grosse Liebe zu finden. Unsere Hauptcharaktere kämpfen dabei mit Drachen, überlisten Bösewichte oder begeben sich auf eine grosse gefahrvolle Reise. Wir tauchen in die Geschichten ein und fühlen mit den Protagonisten mit. Dabei wissen wir Erwachsenen oft, dass die Geschichte bestimmt mit einem Happy End ausgehen wird.

Doch wie sieht es im echten Leben aus? Stellen wir uns vor, jemand würde auch unsere Geschichte aus einem dicken Buch vorlesen. Wie wäre der Titel dieses Buches? Wäre es eher schlicht eingefasst oder mit Schnörkeln verziert? Welche Abenteuer würden darinstehen und wäre ein Happy End dabei garantiert?

In den vergangenen Jahren und Monaten haben uns einige Abenteuer auf Trab gehalten. Ob wir darin als Held*innen hervorgegangen sind oder eher eine Nebenrolle spielten, lag ganz in unserer Hand. Wie im Märchen stehen auch wir an Kreuzungen, wo wir uns jeweils für einen ganz bestimmten Weg entscheiden müssen. Bleiben wir auf dem Weg der Angst oder wenden wir uns dem Pfad zu, der uns zu unserer grossen Liebe führen wird? Oft sind wir uns im Nachhinein reuig und denken, dass wir doch besser den anderen Weg eingeschlagen hätten. Doch wie unsere Helden im Märchen, können auch wir nicht zurück und uns umentscheiden.

Darum ist es wichtig, dass wir solche Kreuzungen jeweils bewusst erkennen und uns unseren Ängsten stellen. Ist es in den meisten Fällen nicht die Angst vor Verlust, welche unsere Entscheidungen am stärksten beeinflusst? Während Corona hatten wir Angst vor Krankheit, also Angst vor dem Tod und somit Angst vor Verlust. Auch die Angst, die Kontrolle zu verlieren, ist eine Angst vor Verlust. Danach folgte gleich die Konfrontation der Angst vor Krieg. Auch hier ist es die Angst vor Verlust und Machtlosigkeit, welche uns kraftvoll festhält. Dazu kommt die Angst vor der Energiekriese, welche wiederum dieselben Ängste schürt: Der Verlust unseres Lebensstandards. Es geht so weiter: Angst vor finanziellen Engpässen, Angst vor Beziehungskrisen, Angst vor dem Tod, Angst vor Unfällen, Angst vor dem Versagen, etc. Das Gefühl darunter ist jeweils die Angst davor, etwas zu verlieren.

Wie befreiend wäre es, diese Verlustangst jeweils zu erkennen, liebevoll loszulassen und ins Vertrauen zu gehen. Doch oft entscheiden wir uns für den Weg, der uns einfacher erscheint und wir bleiben in unseren Ängsten gefangen. Denn Angst zu überwinden, braucht Mut und da wir meistens weder Prinz noch Prinzessin hoch zu Ross sind und dem Drachen fordernd in die Augen schauen, bleiben wir lieber in unserer Komfortzone.

Wie wäre es aber, wenn wir unser eigenes Märchen schreiben und uns dabei eine Krone oder einen Ritterhelm aufsetzen würden? Spielen wir ein Spiel und üben jeden Tag ein Stück mehr, unsere tiefsten Ängste zu erkennen und uns diesen zu stellen. Ich verspreche euch, es wird nicht einfach! Aber viel interessanter und das Happy End rückt stets ein wenig näher.

Und wenn wir nicht gestorben sind, dann üben wir noch weiter, eure Christine, Prinzessin in Ausbildung

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