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Kolumne Nr. 13 - Echte Menschen

Eigentlich wollte ich ja gar nicht mitgehen. Erstens lag eine überaus intensive Woche hinter mir, zweitens war es auf dem Sofa einfach zu gemütlich und drittens, ja drittens wollte ich ja eigentlich zu Hause bleiben. Doch als mein Mann zielstrebig die Fernbedienung ergriff, zügig auf den Aus-Knopf drückte und motiviert vom ach so geliebt bequemen Sofa hochsprang, ja da wusste ich, dass mein Abend eine andere Wendung bekommen würde.

Als die Künstler die Bühne betreten, ganz ohne grosses Tataa und Tatüü, einfach so ganz normal und leise, als sie sich an ihre Instrumente setzen und Christoph mit seiner ruhigen Stimme zu erzählen beginnt, als das Thema des heutigen Abends richtig bei mir ankommt, als der Raum im Dunkeln versinkt und die Scheinwerfer die Bühne berühren, als die erste Note gespielt und der erste Ton erklingt, da werde ich wacher und wacher und der Gedanke, dass ich eigentlich zu Hause bleiben wollte, wird leiser und leiser.

Dass ich an diesem Abend, so richtig echten Menschen begegnen würde, hätte ich noch vor kurzem auf dem Sofa nicht erahnt. Menschen die wirklich echt sind. Sie tun nicht nur so, dass spürt man genau. Nein, sie sind einfach echt. Authentisch. Nah. Beruhigend. Offen. Ehrlich. Begeisternd. Liebevoll. In jedem Moment des Konzerts fühlte ich mich berührt, angesprochen und aufgehoben. Kein Firlefanz. Alles so, wie es ist. Jeder so, wie er ist. Die drei Menschen auf der kleinen Bühne haben mich in ihren Bann gezogen, mich emotional berührt, mich weinen und schmunzeln lassen. Und das, obwohl ich eigentlich zu Hause bleiben wollte.

Auf der Heimfahrt versinke ich in Gedanken. Ich frage mich selbst, ob und wann ich echt, authentisch und ehrlich bin. Zeige ich mich so, wie ich wirklich bin? Verstecke ich mich manchmal? In welche Rollen schlüpfe ich? Das sind viele Fragen, für die Tatsache, dass ich eigentlich zu Hause bleiben wollte, meint mein Mann.

Welche echten Menschen findet ihr in eurem Umfeld? Wer inspiriert und berührt euch. Wer nimmt euch so, wie ihr seid? Wer lässt euch die Zeit vergessen und bringt euch zum Lachen? Wer nimmt euch an der Hand und lässt euch eure Sorgen vergessen? Bei wem wünscht ihr euch nicht, dass er oder sie doch besser zu Hause geblieben wäre?

Danken wir diesen Menschen, dass es sie gibt, denn sie sind ein Geschenk. Schön, dass es euch gibt, Eure Christine


(Danke an Christoph Trummer mit Nadia und Samuel für den wundervollen Abend und danke meinem Mann, dass er vom Sofa hochgesprungen ist.)

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